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die erste ampel in berlin!

Natürlich ist es Geschmackssache, ob Ihnen der Potsdamer Platz mit seinen imposanten Hochhäusern gefällt. Die Architektur lädt jedoch auf jeden Fall dazu ein, die Stadt nicht nur aus der Frosch- sondern auch aus der Vogelperspektive zu erleben. Doch bereits aus der Froschperspektive können Sie etwas entdecken, das schon so manchen ins Grübeln brachte. Hier steht mitten auf dem Platz der Nachbau der ersten Ampel Berlins. Damals wie heute charakteristisch mit 3 verschiedenfarbigen Ampelleuchten und einer Uhr auf jeder der 5 Seiten.

warum überhaupt eine ampel?

Die historische Ampel wurde 1924 aufgestellt. Und das war angesichts des unbändigen Verkehrs zu dieser Zeit auch dringend erforderlich. Immerhin zählte der Potsdamer Platz damals zu den verkehrsreichsten Plätzen Europas. Hier gab es nicht nur S- und U-Bahnanschlüsse, sondern auch sage und schreibe 26 Straßenbahn- und 5 Buslinien. Ganz zu schweigen vom enormen Verkehrsaufkommen durch Autos und einer beachtlichen Zahl an Reisenden, die täglich den Bahnhof ansteuerten. Klar, dass der arme Schutzmann, der vom Hochstand aus mittels einer Trompete versuchte das Getümmel zu bändigen, völlig überfordert war.
Erdacht hat sich die 3 Meter hohe, quadratische Verkehrsampel der deutsche Architekt Jean Krämer, dessen Entwurf an die damals üblichen amerikanischen Ampeltürme angelehnt war. In den Folgejahren wurde sie zum Wahrzeichen der Berlins.

Ampel im Jahr 1930 - Quelle Bundesarchiv

Doch die Bedeutung und das pulsierende Geschehen rund um den Potsdamer Platz endete durch die Zerstörung zahlreicher Gebäude im zweiten Weltkrieg. Der Bau der Mauer 1961 „verurteilte“ den Platz für 28 Jahre zum Grenzgebiet mit dem breitesten Todesstreifen der Stadt.
Nach der Wiedervereinigung erblühte der Platz zu neuem Leben und ist heute für jeden einen Besuch wert. Und der Ampelturm? Der wurde 1997 wieder an Ort und Stelle aufgestellt und jeder, der seine Geschichte nicht kennt wird ihn wohl auch künftig für einen verirrten Leuchtturm halten.